Journalistin & Autorin

Tina Groll arbeitet als Redakteurin bei ZEIT ONLINE in Berlin im Ressort Wirtschaft, wo sie von 2009 bis 2017 für das Ressort Karriere zuständig war. Sie schreibt über Pflege, soziale Gerechtigkeit, Arbeit, Arbeitsrecht und Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sowie Gleichberechtigung, Internetkriminalität und Identitätsdiebstahl. Nebenberuflich arbeitet sie als Moderatorin, gibt Gehaltsworkshops / Webinare und hält Vorträge/Webvorträge zu ihren Fachthemen. Seit Februar 2019 ist sie Bundesvorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalistenunion (dju) in ver.di sowie Bundesvorstandsmitglied der Fachgruppe Medien in ver.di.

Die gebürtige Norddeutsche begann ihre journalistische Laufbahn als Schülerin beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag (sh:z-Verlag), studierte sie Journalistik und Wirtschaft an der Hochschule Bremen und am  Manipal Institute of Communication, Südindien und schloss als Diplom-Journalistin ab. Nach ihrem Studium machte sie ein Tageszeitungsvolontariat beim Bremer Weser-Kurier. Danach wechselte sie zu ZEIT ONLINE.

2008 erschien Tina Grolls Buch „Beruf Journalistin: Von kalkulierten Karrieren und behinderten Berufsverläufen“, in dem sie die Karrierechancen von Frauen im Journalismus untersuchte. Ebenfalls 2008 erschien „Rechtsabbieger“, ein Buch über Rechtsextremismus in Bremen und Niedersachsen, für das Tina Groll die Rolle der Frauen in der rechtsextremistischen Szene beleuchtete. 2009 schrieb Tina Groll an dem Buch „Angepasst & Ausgebrannt: Parteien in der Nachwuchsfalle“ mit, für das sie einen Selbstversuch als Nachwuchspolitikerin in der CDU unternahm. 2008 zeichnete sie das Medium Magazin als eine der „Top 30 Journalisten unter 30 Jahren“ aus. 2009 erhielt Tina Groll das Otto-Brenner-Recherchestipendium für ihre Recherche über den Schrottimmobilienskandal bei der Deutschen Kreditbank (DKB). 2016 veröffentliche Groll das Buch „Kinder + Karriere = Konflikt? Denkanstöße für eine deutsche Debatte“. 2017 erschien „100 Jahre Frauenwahlrecht“, ein Sammelband mit Beiträgen unter anderem von Tina Groll, Manuela Schwesig, Sabine Lautenschläger, Rita Süssmuth, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Gesine Schwan, Anke Gimbal und Ramona Pisal, Isabel Rohner, Claudia Roth, Sharon Adler, Cornelia Möhring und Rebecca Beerheide.

2018 veröffentlichte sie gemeinsam mit dem ehemaligen Interpol-Polizisten Cem Karakaya das Buch „Die Cyber-Profis: Lassen Sie Ihre Identität nicht unbeaufsichtigt“, ein Sachbuch über Internetkriminalität, das im Ariston-Verlag erschienen ist: Groll wurde 2009/2010 selbst Opfer von Identitätsmissbrauch in besonders krassem Maße. Sie wehrte sich erfolgreich dagegen – heute hält sie über das Thema Vorträge und berät Opfer.

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Führungserfahrung sammelte sie im Vorstand des Journalistinnenbund e.V. (2007-2009), im Vorstand der Journalistenvereinigung netzwerk recherche e.V. (2009-2011) sowie als Betriebsratsvorsitzende bei ZEIT ONLINE (2012-2019) und stellvertretende Gesamtbetriebsratsvorsitzende von DIE ZEIT und ZEIT ONLINE (2012-2014) sowie Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von DIE ZEIT und ZEIT ONLINE  (2014-2018).

Von der Deutschen Journalistinnen- und Journalistenunion (dju) in ver.di ist Groll in den Deutschen Presserat entsendet, aktuell als Mitglied im Beschwerdeausschuss 3. Seit 2018 ist sie außerdem Mitglied in der dju-Tarifkommission.

Neben dem Job hat Tina Groll zusammen mit der Wirtschaftsjournalistin Sabine Hockling die Seite diechefin.net – der Blog für Führungsfrauen – aufgebaut. Hier schreiben die Journalistinnen über Frauen und Karriere, den Wandel der Arbeitswelt und soziale Gerechtigkeit. Die Chefin gehört mittlerweile zu den wichtigsten deutschsprachigen Blogs, die sich mit Gleichberechtigung in der Arbeitswelt auseinandersetzen. Das Ziel der Bloggerinnen: Frauen dazu zu ermutigen, keine Angst vor Macht zu haben. 2020 wurde aus dem Blog die Initiative „Wir sind der Wandel“ für eine moderne und gerechtere Arbeitswelt (www.wirsindderwandel.de).

Seit ihrer Jugend engagiert sich Tina Groll für Frauenrechte. Sie trainiert Taekwondo bei Chohwa, einer Kampfsportschule für Frauen in Berlin, sie hat den 1. Dan in Moogongryu (Taekwondo, Karate, Gumdo, Hapkido, Kung Fu, Kimoodo & Selbstverteidigung). Aktuell trainiert sie für den 2. Dan.

Tina Groll ist verheiratet und Mutter einer Tochter.

Bücher & Publikationen

„Betrug in der digitalisierten Welt. Erkennen. Vorbeugen. Schützen“

Das Buch „Betrug in der digitalisierten Welt: Erkennen. Vorbeugen. Schützen.“ ist im FAZ-Verlag erschienen, Herausgeber ist Dr. Michael Freytag, Vorstandsvorsitzender der SCHUFA, Tina Groll und Cem Karakaya haben in einem Kapital an dem Buch mitgewirkt. Vor dem Hintergrund der Digitalisierung befassen sich die Expertenbeiträge mit unterschiedlichen Formen des digitalen Betrugs und den weitrechenden Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Die Autorinnen und Autoren zeigen gleichzeitig Möglichkeiten auf, Menschen und Institutionen im digitalen Umfeld wirksamer zu schützen. Groll und Karakaya schreiben in dem Buch über Identitätsdiebstahl.

 

 

Die Cyber-ProfisLassen Sie Ihre Identität nicht unbeaufsichtigt. Zwei Experten für Internetkriminalität decken auf

Ihr Smartphone? In Minuten geknackt. Name, Anschrift oder Geburtsdatum eingegeben? Mehr braucht es heutzutage nicht für einen Identitätsklau. Wie erschreckend leicht es Kriminelle im Netz haben, das decken Cem Karakaya, langjähriger Interpol-Mitarbeiter und Präventionsexperte der Münchner Polizei, und Tina Groll, Journalistin und selbst Betroffene von Identitätsmissbrauch, auf: Gestohlene Daten, die für Betrug, Stalking, Mobbing oder digitale Erpressung missbraucht werden; Haushalts- und Gebrauchsgegenstände, die ganze Bewegungs- und Persönlichkeitsprofile über uns erstellen; Verträge, die unter fremden Identitäten abgeschlossen werden.

Unglaubliche Geschichten, eindrückliche Berichte, erschütternde Fakten – wer mit diesen Cyber-Profis die digitalen Abgründe erkundet hat, wird so leicht keinem Betrüger ins Netz gehen. Mit leicht umsetzbaren Tipps, wie wir uns vor Datenmissbrauch schützen und welche Erste-Hilfe-Maßnahmen man als Betroffener ergreifen sollte. Alle Infos hier! 

Anfragen gerne hier.

 

100 Jahre Frauenwahlrecht: Ziel erreicht! … und weiter?

Im November 1918 erhielten Frauen in Deutschland das aktive und passive Wahlrecht. Was verbinden Frauen hundert Jahre später mit diesem Erfolg? Generationen hatten dafür gekämpft. Der Widerstand seitens der Gegner der Frauenbewegungen war immens, der Glaube an die Minderwertigkeit von Frauen hielt sich hartnäckig. Viele Aktivistinnen sahen die Erlangung der politischen Gleichberechtigung von Männern und Frauen als ihre Lebensaufgabe – viele wurden enttäuscht und erlebten die Einführung nicht mehr. Welche Bedeutung hat das Frauenwahlrecht für sie und wie gehen sie damit um in Zeiten erstarkender rechter Gruppierungen und Parteien, die erzkonservative Frauen- und Familienbilder propagieren und ihre antifeministische Haltung kaum verbergen? Die Literaturwissenschaftlerin Isabel Rohner und die Journalistin Rebecca Beerheide haben Frauen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien gefragt. Herausgekommen ist ein vielfältiges Buch voller persönlicher Einblicke.

Mit Beiträgen von: Tina Groll,  Sabine Lautenschläger, Rita Süssmuth,Nikola Müller, Manuela Schwesig, Rebecca Beerheide, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Stephanie Bschorr, Zana Ramadani, Gesine Schwan, Anke Gimbal und Ramona Pisal, Julia Trompeter, Isabel Rohner, Ulrike Guérot, Sigrid Nikutta, Mithu M. Sanyal, Claudia Roth, Christa Stolle, Sharon Adler, Kerstin Wolff, Cornelia Möhring, Katharina Nocun und Ulrike Helmer. Erschienen im Ulrike Helmer Verlag.

Kinder + Karriere = Konflikt? – Denkanstöße für eine deutsche Debatte

An der Vereinbarkeitsfrage von Familie und Beruf manifestiert sich der tatsächliche Status Quo der Gleichberechtigung von Mann und Frau. Den Frauen reiben sich an einem überhöhten Mütterideal und an Arbeitgebern auf, die Mütter nur selten in Führungspositionen befördern. Die Männer werden noch viel zu oft in die Rolledes Ernährers gedrängt oder und sehen sich im Karriereabseits, wenn sie eine Familienauszeit im Job wollen. Oder das Paar entscheidet sich gleich für die traditionelle Arbeitsteilung: Sie landet in der Teilzeitfalle und Altersarmut, er verpasst zu viel Zeit mit seinen Kindern.

In diesem umfassenden Buch analysiert die Journalistin Tina Groll, warum sich an dieser Ungleichheit zwischen den Geschlechtern auch in der jungen Generation kaum etwas ändern wird. Sie beschreibt, welche falschen politischen Rahmenbedingungen zum Dauerkonflikt zwischen Familie und Beruf für Männer und Frauen führen. Aber sie zeigt auch Lösungen aus anderen Ländern sowie positive Beispiele aus der Wirtschaft auf und erklärt Eltern, welche rechtlichen Möglichkeiten sie haben und nutzen sollten. Am Ende geht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf die gesamte Gesellschaft etwas an und muss auch kein Widerspruch sein. Warum, steht in diesem Buch.“

Das Buch ist 2016 im Stark-Verlag erschienen. Einen Auszug aus dem Buch kann man hier lesen. Hier kann man es bei Amazon bestellen. Eine Rezenion ist hier zu finden. Eine weitere hier und ein Interview mit der Autorin hier.

Beruf Journalistin: Von kalkulierten Karrieren und behinderten Berufsverläufen

Frauen sind im Journalismus noch unterrepräsentiert, der Beruf ist horizontal und vertikal segmentiert. Journalistinnen arbeiten größtenteils bei den prestigeärmeren Medien und in den prestigeärmeren Ressorts. In die Führungspositionen gelangen sie selten. Sie verdienen weniger als ihre männlichen Kollegen – trotz einer durchschnittlich formal höheren Qualifikation. Die Diplom-Journalistin Tina Groll hat die bestehenden Berufsfeldstudien geschlechtsspezifisch ausgewertet und liefert mit diesem Buch eine Bestandsaufnahme zur Berufssituation der Journalistin. Fazit: Die Zukunft ist weiblich. Aber es gibt noch immer viele Gründe, die eine ungleiche Machtverteilung zwischen den Geschlechtern im Journalismus bedingen. Die muss überwunden werden. Dabei macht Tina Groll verschiedene Karrierestrategien von Journalistinnen aus: Von einer gründlichen Karriere planung über das Beherrschen der nötigen Konkurrenzstrategien über das Knüpfen von Netzwerken und dem Ausspielen der geschlechtsspezifischen Vorteile. Das Buch richtet sich an Ein-, Auf- und Umsteigerinnen im Journalismus, an Männer und Frauen, an KommunikationswissenschaftlerInnen und JournalismusforscherInnen. Erschienen im Av Akademikerverlag.

Hier kann man das Buch bei Amazon bestellen.